Rhein-Marne-Kanal (Canal de la Marne au Rhin)


Picknick am Wasser: Gaumenfreuden in Elsass-Lothringen

Hausbootreisen ins Herz Europas
Der 290 Kilometer lange Rhein-Marne-Kanal stellt die Verbindung vom Pariser Becken zur Rheinischen Tiefebene her. Der Kanal beginnt bei Vitry-le-François und mündet bei Straßburg in den Rhein. Er erklimmt mit Hilfe von zahlreichen Schleusen, Tunnel und anderen technischen Bauten ganz Lothringen und die Vogesen. Östlich von Arzviller fällt der Wasserweg zum Elsass hin ab. Auf der schleusenfreien Scheitelstrecke bei der Abzweigung des Saarkanals liegt Niderviller.


Idyllisches Schleusenhäuschen im Zorntal
Historische Tunnel - aber besser Hände ans Steuer!

Landschaft

Weite Getreidefelder, wildreiche Wälder, Weinberge, malerische Dörfer und zahlreiche Speicherseen zeichnen das zwischen Rhein und Vogesen gelegene Revier aus. In zwei Naturparks finden Sie Biotope mit einer Tier- und Pflanzenwelt, die man hierzulande nie vermuten würde: Fleisch fressende Pflanzen in den Sümpfen, der Auerhahn auf den Hochweiden sowie wilde Luchse in den Wäldern.

Der Reiz des Bootfahrens in dieser Region beruht aber auch auf seinem Reichtum an historischen Wasserbauten: handbetriebene und automatische Schleusen, mehrere Tunnel, die große Schleuse von Réchicourt und das Schiffshebewerk von St. Louis-Arzviller sind nur einige Beispiele.

Teilweise führt die Bootstour durch eine hügelige Bergwelt, dann wieder über weite Hoch- und Tiefebenen. Unterschiedlich auch die Orte: Von der quirligen Europastadt Straßburg über verträumte, idyllische Weindörfer bis zum geschichtsträchtigen Nancy reicht das Spektrum.


Schiffshebewerk von Arzviller
Zorntal vor Lutzelbourg
TGV-Brücke im Zorntal
Anlegestelle in Lutzelbourg

Richtung Osten (Straßburg)

Vom idyllischen Keramikstädtchen Niderviller in Richtung Osten sind es nur wenige Kilometer bis zur Durchfahrt durch die zwei Tunnel von Niderviller mit Längen von fast 500 Metern und über zwei Kilometern – ein echtes Erlebnis. Hinter dem zweiten Tunnel erwartet uns eine sowohl technische als auch touristische Attraktion, das Schiffshebewerk von Arzviller. 17 Schleusen und acht Stunden Fahrzeit wurden mit dem Hebewerk Arzviller eingespart: In der Wanne eines Schrägaufzugs, der von Gegengewichten und Stahlseilen gehalten wird, werden bis zu drei Hausboote gleichzeitig 44,5 Meter auf- oder abwärts gefahren. In der Hochsaison und an Feiertagen sollten Sie unter Umständen etwas Wartezeit einplanen, die Sie sich mit einer Besichtigung der Anlage vertreiben können.

Nach dem malerischen Tal der Zorn sollten Sie einen Landgang in Lutzelbourg einplanen, um dessen berühmten Glasbläsern und –schleifern bei der Arbeit zuzusehen. Das Dorf wird von einer Burgruine aus dem 12. Jahrhundert überragt. Ein paar Kilometer östlich lädt das geschäftige Saverne mit seinen wunderschönen Fachwerkhäusern zum Stadtbummel ein.
Tipp: Legen Sie unterhalb des Rohan-Schlosses an.
Der nächste, größere Ort ist schon Straßburg, die Hauptstadt des Elsass. Machen Sie im nördlichen Vorort Souffelweyersheim fest und benutzen Sie den öffentlichen Nahverkehr
für den Landgang. Oder Sie fahren weiter in den Straßburger Hafen und können Ihr Boot nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt liegen lassen. Durch den Sitz des Europa-parlaments hat Straßburg einen Hauch von Weltstadt bekommen – mit französischem Akzent. Trotzdem ist die Hauptstadt des Elsass überschaubar und hat im Stadtkern ihren Charme bewahrt. Das berühmte Münster sollten Sie sich unbedingt anschauen.
Südlich von Straßburg führt der Rhein-Rhône-Kanal über eine wunderschöne schattige Wasserallee nach Boofzheim.


Wie wäere es mit einer reinen Frauencrew?
Auch im französischen Lothringen sprechen noch viele Leute Deutsch.

Richtung Westen (Nancy)
Von Niderviller nach Westen geht es vorbei an Heming, Gondrexange und anderen kleinen Ortschaften mit manch altertümlichem Bauwerk. In der großen Schleuse von Réchicourt, die sechs kleinere Schleusen ersetzt, geht es 15 Meter in die Tiefe zum See von Réchicourt, der in einem großen Naturschutzgebiet liegt. Nun kommt Ihre Crew verstärkt zum Einsatz: Bis zum typisch lothringischen Dorf Lagarde sind sechs Schleusen zu durchfahren. Vorbei an Lunéville, Einville und der Salinenstadt Dombasle, durch mehrere automatische Schleusen und über ein Aquädukt über die Meurthe gelangen Sie nach Nancy. Der Ort liegt in einem weiten Talbecken, Sie können mitten in der Stadt anlegen und die sehenswerte Altstadt und den prächtigen Place Stanislas zu Fuß erreichen. Gleich neben dem Stadthafen lädt eine Schokoladenfabrik zur Probierstunde und Besichtigung ein (siehe Kasten rechts).
Nördlich von Nancy, bei Frouard, zweigt die Moselle ab, die in Deutschland zur Mosel wird und mit der Saar und dem Saarkanal die Drei-Länder-Rundtour bildet.
Biegt man nach Westen ab, erreicht man über den nur teilweise kanalisierten Lauf der Mosel (Moselle) Toul. Der Rhein-Marne-Kanal fließt dort durch einen alten Stadtgraben:
Mittelalterliche Befestigungsanlagen sowie die Kathedrale St. Etienne erwarten Ihren Besuch.

 

Noch mehr über dieses Revier können Sie auf der kompletten Katalogseite erfahren, welche Sie hier downloaden können. Weitere Informationen erhalten Sie ebenfalls unter www.tourisme-moselle.com.


Törnvorschläge Tage Länge Schleusen
FF Niderviller, Saverne und zurück 3 46 km 26
FF Niderviller, Straßburg und zurück 7-10 132 km 70
FF Niderviller, Nancy und zurück 7 164 km 42
FF Niderviller, Saarbrücken und zurück 7-10 198 km 62
FF = führerscheinfrei

Einfachfahrten Veranstalter Tage Länge Schleusen
FF Niderviller, Sierck-les-Bains über Nancy KUHNLE-TOURS 7-10 194 km 32
B Sierck-les-Bains, Niderviller über Saarbrücken KUHNLE-TOURS 7-10 236 km 40
FF = führerscheinfrei
B = Sportbootführerschein Binnen erforderlich

        
 


Die KUHNLE-TOURS Charterbasis befindet sich in Niderviller südlich von Sarrebourg. Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier.

 


Frankreich kann führerscheinfrei befahren werden.

 

Kormoran- und vetus-Boote in der Schleuse in Lutzelbourg

Nicht nur Geschichte und Kultur der Region Elsass-Lothringen waren mal von Deutschland und mal von Frankreich bestimmt und haben viele Gemeinsamkeiten entwickelt. Die Flüsse und Kanäle stellen mit ihren sehenswerten Wasserbauwerken noch immer eine lebendige Verbindung zwischen den Ländern dar. Da fast überall Deutsch gesprochen wird, ist dieses Revier besonders für deutsche Kunden interessant. Ein Hausbooturlaub ist der richtige Weg, die Region immer wieder aufs Neue zu entdecken.

 

Zwei Hausboote bei der Einfahrt in die Schleuse in Saverne


Wer nicht jeden Abend auswärts essen möchte, braucht auf lukullische Genüsse nicht zu verzichten. Typische Gerichte sind neben Sauerkraut deftige Speisen wie Würste, Zwiebelkuchen oder Lothringer Specktorte, dazu passt der Moselwein. Die Zutaten für ein köstliches Menü findet man entlang der Reisewege auf allen Wochenmärkten: Da wird die eigene Kombüse zum Sternerestaurant.

 

vetus 900 vor dem Schloss Rohan in Saverne

Gleich neben dem Stadthafen von Nancy lädt eine Schokoladenfabrik zur Probierstunde ein, dort werden Sie auch in die Geheimnisse der Herstellung feinster Pralinées und des besonderen Nougats aus Nancy eingeweiht.