Mit einer Kormoran läßt sich ein super Ankerplatz finden.

WasserReich Havel-Oder

Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-Wasserstraße - FinowkanalBootstypen Aquino 1190 (vorne) und Haines 1070 (hinten)

Landschaft

Zwischen Oder und dem Ruppiner Land und nördlich von Berlin liegt das Barnimer Land mit dem WasserReich Havel-Oder, zu dem neben dem historischen Kanal auch die Werbelliner Gewässer, die Templiner Gewässer und die Havel-Oder-Wasserstraße gehören. Wer hierher reist, wird eine Landschaft entdecken, mit der es die letzte Eiszeit besonders gut gemeint hat: Die sanfte Hügellandschaft ist bedeckt von 70.000 Hektar Misch- und Kieferwäldern. Landschaftsschutzgebiete und Seenareale teilen sich Radfahrer, Wanderer und Wassersportler – und das nur 50 Kilometer vor den Toren der Metropole Berlin. Kulturbegeisterte Skipper beeindrucken die alten Feld- und Backsteinbauten, markante Kirchen, Klöster und Schlösser. Und entlang des Finowkanals bezeugen imposante Industriedenkmale die spannende Geschichte der Gegend.

Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-Wasserstraße - FinowkanalLeinen auf Slip legen in einer Schleuse
Es gibt viel zu sehen am Ufer des...
... Finowkanals

Finowkanal und Havel-Oder-Wasserstraße

Die Havel-Oder-Wasserstraße selbst ist landschaftlich wenig abwechslungsreich, weil sie stark von Berufsschifffahrt frequentiert und dementsprechend ausgebaut ist. Deshalb lohnt sich die Fahrt auf dem über 400-jährigen Finowkanal umso mehr. Der historische Kanal wurde in den 90er Jahren zum Teil liebevoll in Stand gesetzt und ist seitdem aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Die Ufer sind dicht bewachsen und mit hohen Bäumen gesäumt. Handbetriebene Schleusen, manch ein Kleinod industrieller Architektur (stahlgenietete Brücken, alte Bollwerke und Backstein-Speicher) sowie dicht bewachsene Kanalufer geben einem das Gefühl, in einem anderen Jahrhundert unterwegs zu sein. Ein Rundtörn über die insgesamt zwölf Schleusen des Finowkanals und das Schiffshebewerk Niederfinow begeistert aber nicht nur Schleusen-Fans, die Treidelwegtour bietet auch eine tolle Möglichkeit, auf den Drahtesel umzusteigen.

 

In Niederfinow steht das älteste noch betriebene Schiffshebewerk Deutschlands und ein sehr anschauliches Beispiel der Ingenieurskunst - siehe auch Kasten rechts. Ab 2014 werden zwei Schiffshebewerke nebeneinander Dienst tun, die die Schiffe wie ein Aufzug in einem Trog schwimmend befördern. Das alte, 1934 fertiggestellte Hebewerk (Troglänge 85 Meter) soll dann nur noch für die Freizeitschifffahrt bewegt werden, während das neue vor allem für die kommende Generation von über 115 Meter langen Frachtschiffen gebaut wird. Schon jetzt ist Niederfinow ein Besuchermagnet: Über 500.000 Menschen schauten sich die Baustelle des Neubaus, das Hebewerk und das dazugehörige Besucherzentrum an. Wenn Sie mit dem Hausboot das alte Hebewerk durchfahren sind, haben Sie eine beeindruckende Ausssicht auf die Baustelle des neuen Hebewerks.

Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-Wasserstraße - Unteres OdertalNatur - wohin man blickt
Bootfahren für die kleinen Kapitäne

Unteres Odertal

Hinter dem Schiffshebewerk beginnt die unkomplizierte Fahrt auf der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße. Hier ist die Natur ein ständiger Wegbegleiter. Wer statt der Kanalfahrt die Flussfahrt wählt, fährt mit der Strömung durch den teilweise binationalen Nationalpark Unteres Odertal – die überschwemmten Wiesen sind im Frühjahr und Sommer Rastplatz für viele durchziehende Wasservögel.

Grenzkontrollen gibt es seit einigen Jahren nicht mehr: Polen ist dem Schengener Abkommen beigetreten. Damit Sie auf den Besuch in Polen gut vorbereitet sind, informiert Sie der Törnplaner Peene, Oder und Bodden (im Reisepreis enthalten) ausführlich über Häfen und Landgänge, auch eine Wortliste „Polnisch für Bootfahrer“ ist enthalten.

Landgänge lohnen für den Lenné-Park in Criewen und die barocke Parkanlage des Schlossparks in Schwedt. Die Großstadt Stettin dankt ihren Gästen den Besuch mit weltoffener Atmosphäre, zum Teil hervorragenden Restaurants und spannenden Museen. Außerdem macht Bootfahren in einem Welthafen mit seinen verzweigten Wasserwegen, Verbindungs- und Stichkanälen einfach Spaß. An dem fischreichen Dammerschen See etwas nördlicher gibt es Badestrände, Sportboothäfen und Ausflugsrestaurants. Für die Weiterfahrt Richtung Stettiner Haff siehe Tabelle Einfachfahrten nach Stralsund.

Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-Wasserstraße - Werbelliner GewässerVorlesestunde an Bord

Werbelliner Gewässer

Bis zu 55 Meter tief ist der aus der letzten Eiszeit stammende Werbellinsee, den man nach einer Fahrt durch den schönen, dichtbewachsenen  Werbellinkanal erreicht. Durch das umgebende Biosphären-Reservat ist das Wasser des Werbellinsees von so guter Qualität, dass die Fischerstuben Maränen servieren können. Anlegen und Fisch essen oder kaufen und an Bord zubereiten lohnt sich – oder einfach selber mal das Anglerglück probieren?!

Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-Wasserstraße - Richtung Berlin und Ruppiner GewässerSchloss Oranienburg

Richtung Berlin und Ruppiner Gewässer

Der lang gezogene Lehnitzsee bringt Abwechslung nach einer längeren Kanalfahrt, auch lohnt ein Besuch der geschichtsträchtigen Orte Oranienburg (ältestes Barockschloss in Brandenburg, Schlosspark mit Orangerie) und Sachsenhausen (Nationale Mahn- und Gedenkstätte). Seeadler, Biber und Fischotter sind die An- und Bewohner der Ruppiner Gewässer, die fast nur noch von Sportbooten und Ausflugsdampfern befahren werden. Das klare Wasser der Waldseen und alte Bollwerke sorgen für eine abwechslungsreiche Umgebung. Sofern Sie auch unsere Hauptstadt vom Wasser aus erleben möchten, empfehlen wir eine Einfachfahrt von oder nach Zeuthen.

Seite 16 bis 23 "Berlin und Umgebung, Rügen"

Mai 2013 / format: PDF / size: 2,1 MB
Törnvorschläge Tage Länge Schleusen
B Finowkanal-Törn: Marienwerder,
Finowkanal, Schiffshebewerk,
Marienwerder
3-7 56 km 12 + 1 x
Schiffs-
hebewerk
Niederfinow
B Finowkanal-Törn: Marienwerder,
Finowkanal, Schiffshebewerk, Werbelliner Gewässer und zurück
5-7 96 km 16 + 1 x
Schiffs-
hebewerk
Niederfinow
B Schorfheide-Törn: Marienwerder, Templin, Lychen, Fürstenberg und zurück 7 198 km 20
B Ruppiner Gewässer: Marienwerder, Oranienburg, Lindow und zurück 7 212 km  12
B Oder-Törn: Mildenberg, Oderberg, Schwedt, Gartz, Stettin und zurück 7 208 km 2-4 + 2 x
Schiffs-
hebewerk
Niederfinow
B = Sportbootführerschein Binnen erforderlich
Einfachfahrten über Tage Länge Schleusen
B Marienwerder - Brandenburg (Havel) Havel- kanal 3-7 91 km 3
B Marienwerder - Zeuthen Havel/
Spree
4-7 98 km 3
B Marienwerder - Hafendorf Müritz OHW 4-7 127 km 13
B Marienwerder - Zeuthen Oder* 7-10 246 km 6
B Marienwerder - Schwerin OHW 7-10 271 km 21
BS Marienwerder - Stralsund Oder* 7-10 323 km 2
B Marienwerder - Schwerin Elbe* 7-14 363 km 19
B Marienwerder - Hafendorf Müritz Elbe* 14-17 455 km 25
B = Sportbootführerschein Binnen erforderlich
BS = Sportbootführerschein Binnen und See erforderlich
OHW = Obere Havel-Wasserstraße
* Die so markierte Einfachfahrt ist nur flussabwärts (wie angegeben) und mit Stahlbooten möglich.
        
 

Unsere Ausgangsbasis Mildenberg liegt an der Oberen Havel-Wasserstraße in einem gut ausgebauten Hafen. Verchartert werden alle unsere Hausboote für 2 bis 12 Personen.

 
Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-WasserstraßeHaus- und Kuscheltiere sind an Bord erlaubt.
Info-Telefon - bei Fragen zu Angeboten

In fünf Minuten überwindet das Hebewerk Niederfinow 36 Höhenmeter von der Oder bis zur Scheitelhaltung des Oder-Havel-Kanals. Für Sportbootskipper ist eine Fahrt durchs Hebewerk ein unvergessliches Erlebnis und die Baustelle des neuen Hebewerks eine große Attraktion.

Hausbootrevier WasserReich Havel-Oder-Wasserstraße - Schiffshebewerk Niederfinow

Bitte beachten: Sportboote warten an den ausgeschilderten Liegestellen auf die Einfahrt, während des Hebevorgangs ist das Betreten der Stege des Troges nicht erlaubt. Die Berufsschifffahrt wird mit Vorrang behandelt. Das Hebewerk ist rund um die Uhr in Betrieb.

 
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Die Anfänge des Finowkanals gehen auf den Kurfürsten Joachim Friedrich zurück, der 1603 genehmigte, die Oder über das Flüsschen Finow mit der Havel bei Liebenwalde zu verbinden. Sechs Jahre später waren fünf Schleusen gebaut und Liebenwalde mit dem Ort Schöpfurt auf dem Wasserweg verbunden. Der Ausbau der Finow ging jedoch wegen Geldmangels nur schleppend voran, während des 30-jährigen Krieges zerfiel der Kanal. Erst 1743 gab es einen neuen Baubeginn, von Friedrich dem Großen verfügt, die anliegenden Orte mußten mit Baumaterial, Geld, Werkzeug und Arbeitskräften helfen. Der 1746 eröffnete Finowkanal maß 43 Kilometer, mit zunächst zehn Schleusen wurde eine Höhenunterschied von 38 Metern überwunden. Durch die Kultivierung des Oderbruchs gewann der Kanal zu Beginn des 19. Jahrhunderts weiter an Bedeutung und musste erweitert werden. Die Schleusen wurden vergrößert und 1845 verdoppelt, die 1831 fertiggestellte Schleuse Eberswalde stammt aus dieser Zeit, sie ist die älteste noch betriebsfähige Schleuse der Märkischen Gewässer.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Finowkanal dann entgültig zu klein. Mit der Fertigstellung des Großschifffahrtweges von Berlin nach Stettin 1914 wurde der Finowkanal zur Nebenwasserstraße. In den Zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann der Abstieg des Kanals, Schleusen wurden zugeschüttet, im Krieg beschädigt und mit Wehren versehen. Erst 1998 wurde der Finowkanal mit großem finanziellen Aufwand wieder in Stand gesetzt und ist heute mit seinen handbetriebenen Schleusen vor allem für Sportboote ein ebenso ruhiges wie schönes Revier.

 
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